CO2-Fußabdruck

Umweltschutz ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensstrategie

Der Klimawandel hat sich in der politischen und gesellschaftlichen Diskussion als ein zentrales Thema etabliert. Ursache für die Veränderung des Klimas in den letzten Jahrzehnten sind die weltweit zunehmenden Treibhausgasemissionen durch die fortschreitende Industrialisierung. Eine Reduktion dieser Emissionen bedingt daher auch nachhaltige Anpassungen der bestehenden Produktionsstrukturen. Fachleute fordern in diesem Zusammenhang die verstärkte Nutzung innovativer und effizienter Technologien, den Ausbau regenerativer Energieträger und den Einsatz von Sekundärrohstoffen. Unerlässliche Grundlage auf dem Weg zu einer globalen Treibhausgasreduktion ist die Ermittlung und Darstellung der Treibhausgasemissionen von Produkten und Unternehmen: Der sogenannte „Product Carbon Footprint“, kurz: PCF, ist Maßstab und Basis für alle weiteren Maßnahmen. Am PCF können sich sowohl interne Strategien als auch umweltbewusste gewerbliche und private Konsumenten orientieren.

Ökologisch vorteilhaft: Kunststoff-Rezyklate

Wir haben den produktbezogenen CO2-Fußabdruck für unsere PVC-Rezyklate ermittelt*. Ziel der Betrachtung war eine exakte Darstellung der produktbezogenen Treibhausgasemissionen einer Tonne der folgenden zwei Produkte: PVC-Granulat bunt aus post- und pre-consumer Fenster-Rohwaren und PVC-Mahlgut aus pre-consumer Fenster-Rohwaren, die am Standort in Höxter aufbereitet werden. Die Treibhausgasemissionen dieser Rezyklate wurden dann mit den Emissionen aus dem Herstellungsprozess von neuem PVC verglichen. Im Ergebnis liegt das in Höxter hergestellte PVC-Mahlgut mit 136,1 kg CO2e/t auf Grund des geringen Verarbeitungsaufwands bei lediglich ca. 6,5% der Treibhausgasemissionen im Vergleich zur Primärproduktion. Beim PVC-Granulat liegt die CO2-Bilanz mit 231,5 kg CO2e/t Produkt bei etwa 11,0% gegenüber Neuware. In beiden Fällen ist damit erwiesen, dass die Herstellung von PVC-Rezyklat deutlich weniger Treibhausgasemissionen verursacht als die Herstellung von Primär-PVC.

Prozesse bieten weiteres Potenzial

Im Rahmen der Datensammlung und -verifizierung konnten zudem Potenziale für zusätzliche Verbesserungen aufgezeigt werden. So werden neue Prozesse in Form von regionalen Einkaufs- und Logistikoptimierungen die CO2 Emissionen schon kurzfristig weiter reduzieren. Des Weiteren könnten der Bezug von „grünem Strom“ sowie der Ausbau des bestehenden Energiemanagement-Systems umweltbelastende Emissionen ebenfalls weiter verringern. Die zunehmende globale Bedeutung und Kommunikation von Umwelt- und Klimathemen schafft Anreize für kunststoffverarbeitende Betriebe, den Einsatz von Rezyklaten in Erwägung zu ziehen bzw. weiter auszubauen.

*: Die Berechnungen wurden von einem Experten für Klimaprojekte, der RE|CARBON GmbH in Köln, durchgeführt. Dabei wurden sowohl die relevanten ISO Normen (14040/14044) als auch der britische Standard für die Berechnung von PCFs, die PAS 2050, zu Grunde gelegt. Beide Ansätze gelten als maßgebliche Grundlage für die Entstehung eines internationalen Standards. Da als Projektziel nicht die Berechnung des gesamten Produktlebenszyklus, sondern der Vergleich zwischen den Treibhausgasemissionen von Neuware und Rezyklaten definiert wurde, wird die weitere Verwendung der Materialen in Fenstern, Rohren etc. sowie deren gesamter Lebenszyklus jedoch nicht weiter berücksichtigt. Als Systemgrenze ist daher nur der Prozess von der Erfassung an der Sammelstelle (Rezyklat) bzw. vom Rohstoffabbau (Neuware) bis zum „Werksausgangstor“ der Aufbereitungsanlage bzw. des PVC-Herstellers zu betrachten, da beide ab diesem Produktionsschritt die gleiche Funktion erfüllen, wodurch ihre Treibhaugasemissionen für den weiteren Lebenszyklus identisch sind.